Kolloquiumsvortrag: Johannes Held, 26. Februar 2015


Datenqualität von Testdaten – Bewertung der Verwendbarkeit von Testdaten für Testziele

Ein wichtiger Aspekt im Softwaretest ist die Selektion von Testfällen. Die Auswahl muss derart getroffen werden, dass damit das vorgegebene Testziel bestmöglich geprüft werden kann und der Softwaretest dennoch im vorgegebenen Kostenrahmen bleibt. Im Systemtest wird das zu testende System auf Kompatibilität mit den erwarteten Eingaben und Arbeitsabläufen der Produktivumgebung getestet. Die dafür benötigten Eingabedaten sind höchst komplex und können nicht ohne Weiteres erzeugt werden. Ein Beispiel hierfür sind Patientenakten, die beim Systemtest medizinischer Geräte benötigt werden. Die notwendige Beschaffung dieser Daten ist teuer und langwierig. Aus diesem Grund legen Hersteller Testdatensammlungen an und speichern auch Daten aus Studien, Krankenhäusern, etc., um die für den Systemtest benötigte Vielfalt bereitzustellen. Das Wissen über diese Testdatensammlungen bleibt jedoch ungenutzt und wird im Testprozess nicht gewinnbringend eingesetzt. Wir heben dieses Wissen und machen es dem Tester zugänglich. Testdatenqualität dient der Bewertung, ob und wie eine vorhandene Testdatensammlung für gegebene Testziele genutzt werden kann. Zur Unterstützung der Testfallselektion werden nicht durchführbare Testfälle markiert. Lücken im Testdatenbestand werden frühzeitig im Testprozess identifiziert und können rechtzeitig gefüllt werden. Weiterhin ermöglicht die Umsetzung eine mehrdimensionale Suche im Datenbestand und hilft somit bei der Testdatenselektion. Zusätzlich werden weitere Informationen, beispielsweise Realitätsnähe, über die vorhandene Testdatensammlung bereit gestellt. Dies trägt zur Verbesserung der Testplanung bei und gibt auch nützliche Hinweise für das Testdatenmanagement.

Ort: Martensstr. 3, Raum 04.137, Erlangen

Zeit: 10:15 Uhr