Kolloquiumsvortrag: 19. Dezember 2017, Linh Sam Truong


December 19, 2017
11:15to12:00

Simulativer Vergleich verschiedener Batteriespeicher-Konzepte zur Eigenverbrauchserhöhung und Regelleistungserbringung im virtuellen Speicherbund

Ein erfolgreiches Gelingen der Energiewende ist von dem Zusammenspiel von Erzeugung, Verteilung und Speicherung der regenerativen Energie abhängig. Die Erzeugung der Sonnen- undWindenergie unterliegt prinzipbedingt starken Schwankungen, welche zusammen mit dem erwarteten Rückgang konventioneller Kraftwerke die Sicherung der Netzstabilität in der Ausprägung Frequenstabilität vor neue Herausforderungen stellen. Mittelfristig ist es von entscheidender Bedeutung, dass regenerative Energieerzeugungsanlagen, mit geeigneten Energiespeichersystemen ausgerüstet, ihren Beitrag zur Frequenzstabilität leisten. Das Projekt SWARM verfolgt den Ansatz, Photovoltaik-Energiespeichersysteme privater Haushalte, die zur Erhöhung des Eigenverbrauchs verwendet werden, zu einem virtuellen Großspeicher zusammenzufügen, um koordiniert Primärregelleistung als Systemdienstleistung für die Frequenzhaltung zu erbringen. Diese Arbeit soll auf Simulationsbasis untersuchen, ob ein neues Konzept mit zwei kleineren dedizierten Batterien, einer für die Erhöhung des Eigenverbrauchs und einer anderen für die Erbringung der Primärregelleistung, statt einer gemeinsamen Batterie den Wirkungsgrad des SWARM-Speichers erhöhen kann und wie sich das Konzept auf die weiteren Kennwerte Eigenverbrauch und Autarkiegrad auswirkt. Für das neue Konzept mit zwei Batterien wird ein bestehendes Simulationsmodell des virtuellen Speichers erweitert. Eine Auswertungsmethodik wird eingeführt, mit der ein simulativer Vergleich des neuen mit dem bestehenden Konzepts mit einer
Kombi-Batterie durchgeführt wird. Die Auswertung mit verfügbaren Datenprofiles für ein repräsentatives Szenario zeigt eine deutliche Verbesserung des Wirkungsgrads des virtuellen Speichers mit dem neuen Konzept, bestätigt aber auch dessen negativen Auswirkungen auf
Eigenverbrauch und Autarkiegrad. Das erstellte Simulationsmodell und die implementierten Auswertungsfunktionen sollen Grundlagen für weiterführende Untersuchungen zur umfassenderen Bewertung des neuen Konzepts bieten.

Ort: Raum 04.137, Martensstr. 3, Erlangen